Weiterbildung in der digitalen Arbeitswelt: Große Lücke zwischen Anspruch und Realität
Die Anforderungen an Beschäftigte verändern sich rasant: Künstliche Intelligenz, Automatisierung und digitale Technologien fordern neue Kompetenzen in nahezu allen Berufen. Fast alle sind sich einig, dass Weiterbildung heute unverzichtbar ist. Doch zwischen dem Wissen um die Notwendigkeit und der tatsächlichen Umsetzung klafft eine deutliche Lücke – das zeigt die aktuelle Studie von DIEPA und YouGov aus dem Frühjahr 2025.
Weiterbildung ist wichtig – aber kaum genutzt
Trotz des wachsenden digitalen Wandels haben bisher nur 15 % der Befragten eine Weiterbildung im Bereich KI oder Digitalisierung absolviert. Das bedeutet: Der Bedarf ist riesig, das tatsächliche Engagement bislang gering.
Besonders Frauen ab 45 Jahren nehmen deutlich seltener an Weiterbildungen teil, während jüngere Altersgruppen und Männer häufiger entsprechende Angebote wahrnehmen. Hier zeigt sich ein Handlungsfeld, das nicht nur Unternehmen betrifft, sondern auch Bildungsanbieter und Politik.
Hürden: Zeitmangel, Unsicherheit und fehlende Orientierung
Warum bleibt die Beteiligung trotz steigender Relevanz so gering? Die Gründe sind vielfältig:
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Zeitmangel im Alltag vieler Beschäftigter
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Fehlende passende Angebote oder schwer zugängliche Formate
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Unsicherheit, welche Kompetenzen langfristig relevant sind
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Angst vor Überforderung, insbesondere bei technikfernen Berufsfeldern
Diese Hemmnisse machen deutlich: Weiterbildung muss niedrigschwelliger, praxisnäher und individueller gestaltet werden – besonders in digitalen Themenfeldern.
Weiterdenken statt nur einführen: Inhalte fehlen oft an Tiefe
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die bisherigen Weiterbildungsangebote sind häufig zu allgemein. Viele Teilnehmende berichten von Einführungskursen in KI oder maschinelles Lernen, die wenig Bezug zum eigenen Arbeitsalltag haben.
Spezialisierte Themen wie Cybersecurity, Datenanalyse oder die digitale Transformation von Geschäftsprozessen werden zwar zunehmend nachgefragt – sind aber längst noch nicht in der Breite verfügbar oder verständlich aufbereitet.
Zukunftssicher durch gezielte Qualifizierung
Lebenslanges Lernen ist keine Kür mehr, sondern ein zentrales Element beruflicher Stabilität. In einer Arbeitswelt, die sich stetig weiterentwickelt, sind digitale Kompetenzen ebenso entscheidend wie klassische Fachkenntnisse.
Unternehmen, die hier investieren – sei es durch interne Schulungen, gezielte Talentförderung oder externe Partnerschaften – stärken nicht nur ihre Innovationsfähigkeit, sondern auch die Bindung und Motivation ihrer Mitarbeitenden.
Weiterbildung neu denken – und zugänglich machen
Die Bereitschaft zur Weiterbildung ist da, doch viele Menschen wissen schlichtweg nicht, wo sie anfangen sollen oder wie sie Beruf, Alltag und Lernen verbinden können. Der Schlüssel liegt in praxisnahen, flexiblen und gut kommunizierten Angeboten – abgestimmt auf unterschiedliche Zielgruppen.
Nur so kann Weiterbildung ihre volle Wirkung entfalten: als Werkzeug für Sicherheit, Entwicklung und Selbstvertrauen im Wandel der Arbeitswelt.
Sie möchten tiefer ins Thema einsteigen? Die komplette Studie können Sie jetzt einsehen und als PDF im Bereich Veröffentlichungen herunterladen:



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